Johanniskraut-Blüten im Mörser: Die Heilpflanze Johanniskraut zeichnet sich durch ihre gute Verträglichkeit aus.

Johanniskraut – eine gut verträgliche Heilpflanze

Allerdings ist immer wieder von möglichen Neben- oder Wechselwirkungen von Johanniskraut-Präparaten zu lesen. Solche Berichte handeln meistens von erhöhter Lichtempfindlichkeit oder möglichen Bedenken bei der gleichzeitigen Einnahme von Johanniskraut-Präparaten und der Pille. Die folgenden Informationen helfen Ihnen dabei, diese Berichte richtig einzuordnen.

Älteres Paar spaziert mit Gelassenheit und Wohlbefinden durch ein Getreidefeld.

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Das hochdosierte Johanniskraut-Präparat hilft dabei, sich aus einem Stimmungstief zu befreien und verleiht den Betroffenen neue Kraft für den Alltag, Lebensfreude und Ausgeglichenheit.

Lichtempfindlichkeit wird meist deutlich überschätzt

Oft wird vor einer erhöhten Lichtempfindlichkeit und damit verbundener Sonnenbrandneigung durch Johanniskraut-Präparate gewarnt. Bisher wurde jedoch nur in seltenen Fällen von einer erhöhten Lichtempfindlichkeit bei der Einnahme von Johanniskraut-Präparaten berichtet. Die im Rahmen einer antidepressiven Therapie eingenommenen Johanniskraut-Dosen sind meist zu gering, um entsprechende Reaktionen hervorzurufen.

Auch in einer Studie, bei der die Sonnenbrandgrenze vor und nach einer 14-tägigen Einnahme eines Johanniskraut-Präparates (900 mg/Tag) verglichen wurde1, konnte keine signifikant gesteigerte Lichtempfindlichkeit der Haut festgestellt werden.

Johanniskraut-Präparate sind also zu jeder Jahreszeit eine sichere und gut verträgliche Therapieoption und können auch in den Sommermonaten weiter eingenommen werden. Generell sollte beim Aufenthalt im Freien auf einen ausreichenden Sonnenschutz geachtet und intensive UV-Strahlung (zum Beispiel im Solarium oder unter Höhensonne) vermieden werden. Dies sind Regeln, die man grundsätzlich auch unabhängig von der Einnahme eines Johanniskraut-Präparates beachten sollte.

Können Johanniskraut-Präparate und die Pille gleichzeitig eingenommen werden?

Mitunter wird angenommen, dass Johanniskraut-Präparate und hormonelle Verhütungsmittel nicht zusammen eingenommen werden dürfen. Warum eigentlich?

Johanniskraut hat die Eigenschaft, manche Stoffwechselprozesse in unserem Körper zu beschleunigen. Dadurch können die Wirkstoffspiegel bestimmter anderer Arzneimittel, zum Beispiel oraler Kontrazeptiva, schneller abgebaut werden, was zu einer Abschwächung ihrer Wirkung führen kann. Ein Zeichen für den schnelleren Abbau der Wirkstoffe der Pille können vermehrte Zwischenblutungen sein. Um ganz sicher zu sein, ist daher ein zusätzlicher mechanischer Empfängnisschutz wie ein Kondom oder ein Diaphragma empfehlenswert. So müssen auch Frauen, die die Pille einnehmen, nicht auf Johanniskraut-Präparate verzichten, um ein seelisches Tief schnell hinter sich lassen zu können.

1 Schulz, H.U. et al.: Arzneim.-Forsch./Drug Res. 2006; 56 (3): 212-221